"Rettet das Nashorn"
"Rettet das Nashorn"

Reisebericht November / Dezember 2014

Perdita Lübbe-Scheuermann, 9. Dezember 2014

 

 

 

 

Tschüss, Afrika, bis bald...

Perdita Lübbe-Scheuermann, 7. Dezember 2014

Mal ein paar kurze Infos:
Shaya musste heute zum Großeinsatz.

Die Info zu dem Einsatz: Voller Erfolg. In einer Farm wurde ein kompletter Tresor mit Waffen gestohlen, die Diebe haben jenen Tresor durch zwei Flüsse in den tiefen Dschungel geschleppt, wo sie von Craig und Team überrascht wurden. Die Diebe sind geflüchtet, einer wurde direkt verhaftet (später fand man bei einer Hausdurchsuchung mit Shaya die Pässe und Handys der Typen). Die Waffen sind in die Büsche geworfen und versteckt worden, wo Shaya sie gefunden hat. Sie wurden zum Nashorn-Wildern gestohlen gestand der Wilderer aus Mosambik.
Dann hatten wir letztlich ein Treffen mit einer anderen Anti-Wilderer-Einheit, die sehr erfolgreich in einem sehr reichen Gebiet (hier gibt es zig verschiedene Gebiete und Verantwortungsbereiche) mit Hunden arbeiten. Sie nutzen Weimaraner als Trailhunde, haben einen Schäferhund als Schutzhund und Malis ebenso zum Suchen von Menschen/ Wilderern mit anschließendem Angriff. Hier geht es im übrigen nicht mehr um den armen, kleinen Mann, der sich am Leben erhalten möchte und sich Abendessen wildert, sondern um organisierte Kriminalität. Es ist wohl so, dass die Syndikate klar aufgeteilte Bereiche haben, wo sie jagen und sich auch untereinander bekämpfen.
Dann haben wir einen weiteren Wildhüter eines großen Wildschutzgebietes getroffen. Er wurde, wie wir berichteten, vor ein paar Monaten von Wilderen überfallen, weil sie das sichergestellte Nashorn-Horn stehlen wollten. Die wahre Geschichte dazu: Er und seine Frau schliefen, als plötzlich das Licht anging und am Fußende vom Bett 5 Typen standen. Sie wollten seine Frau fesseln, damit D. die Hörner raus rückt. D. schickte seinen Hund zum Angriff, aber der saß nur da, war betäubt ... D. griff zu seiner Waffe - Ladehemmung. Aber die der Einbrecher auch. Die Einbrecher stachen D's Frau mit einem Schraubenzieher ins Bein, woraufhin er die 5 Einbrecher attackierte. Sie stachen auf ihn ein, in die Lunge, in den Hals etc. Am Ende konnte er Einen niederstrecken, die anderen flüchteten. Während unseres Treffens bekam er eine Nachricht, dass einer der Obermotze (leider gibt es auch davon viele) eines Syndikats überführt werden konnte.
Auch er wünscht sich mehr Hunde für sein Gebiet, aber wir können nun mal nicht überall gleichzeitig helfen und bleiben Craig und den Black Mambas treu!
Am 02. Dezember waren es 1077 offiziell (und es wird hier viel unter den Teppich gekehrt) gewilderte Nashörner.
Tja, und dann die Geschichte von dem Polizisten. Er hat hintenrum wieder die beschlagnahmten Waffen an Wilderer verkauft. Er ist aus dem Verkehr gezogen worden, dennoch ist Korruption hier eine Seuche.
Tja, das wars auf die Schnelle ...
Eure Perdita - so dankbar, dass Ihr so interessiert seid und an dieser ganzen Sache teilhabt

Perdita Lübbe-Scheuermann, 6. Dezember 2014

Gestern Abend wollten wir euch ein Foto posten von drei Rhinos und dem Mond. Dazu schreiben, dass der Vollmond für die Wildhüter die schwierigste Zeit ist, denn da sind die Wilderer noch aktiver. Wir konnten nicht posten, weil es einen heftigen Sturm gab und das Netz zusammen gebrochen war...
Heute früh sind wir mit unserem Guide gaaaanz früh raus, weil wir Löwen suchen wollten, trafen auf zwei Nashörner (jene von gestern) und suchten das Dritte ... Da liegt es nun ... Wir sind sprachlos, unendlich traurig, fassungslos und hoffen, dass sie hier in Manyeleti bald wach werden - wie in Balule, wo Craig und sein Team durch u.a. eure Unterstützung einen super Job machen und den Wilderern Einhalt gebieten. Wir geben nicht auf! Never ever!
Eure sehr traurige Perdita - danke für Euer Vertrauen in uns und das Projekt

Perdita Lübbe-Scheuermann, 30. November 2014

 

 

 

 

Ein "Dominostein-Nashorn" ...
... frisch aus dem Wasserloch ...

Perdita Lübbe-Scheuermann, 20. November 2014

Hier kommen ein paar Fotos vom Besendern der Rhinos. Zwei Tage lang gings morgens nach deutscher Zeit um 4 h raus. Die Aktion war sehr erfolgreich. Mit dem Heli Rhinos gesichtet, vom Tierarzt gedarted, am Boden gut betreut und telemetriert, gekennzeichnet und dann flott wieder wach gemacht, damit der Stress so gering wie möglich bleibt.
Die Wilderer können sich warme Socken anziehen. Und Craig hat mit diversen Radios, Walky-Talkys, Handy während des Fahrens alles gemanagt.
Ich wünsche ihm und seinem Team, dass Ihr weiterhin dafür sorgt, dass diese Aktion am Leben bleiben kann. Manchmal haben sie für sich nichts mehr im Kühlschrank, weil die Tiere erste Prio haben ...

Perdita Lübbe-Scheuermann, 20. November 2014

Hallo zusammen, hier kommt nun auch ein kurzer Bericht von uns ...
Wir haben jetzt, nach vier Tagen, Balule und somit Craig, Stefan und Shaya wieder verlassen. Danke für die Gastfreundschaft und Euer unermüdliches Engagement für die Rhinos. Das ist wirklich ein taffes Leben und ein taffer Job.
Erst mal zu Shaya: Er hat uns gut einen halben Tag ignoriert, um uns dann zu "benutzen" - zum Spielzeug verstecken und zum Streicheln zu seinen Bedingungen. Er ist einfach eine Granate (danke Gerold). Ich glaube, es gibt kaum einen Hund, der geliebter ist als Shaya. Er wird umsorgt und beschäftigt, geht mit zu Einsätzen (die aktuell etwas seltener dank Euch und Eurer Unterstützung sind). Er hat sogar in der Vergangenheit Drogen gefunden. Was für ein Hund. Ohne Worte. Was für ein Team die beiden ... Auf dem letzten Bild seht Ihr Stefan am Pickup. Shaya ist diese Höhe aus dem Stand gesprungen, um einer Hündin auf das Auto zu folgen.
Danke an Euch alle! Gleich gehts weiter ...
Eure Perdita

So, Ihr Lieben! Der Count Down läuft ... Am Samstag, 16.11.2014, ist es soweit.
Wir reisen mit großem Gepäck - dank EUCH!!! Euch Spendern, Euch Seminarbesuchern, Euch Referenten, Euch Ideengebern, Euch Unterstützer, Euch Bildermalern, Euch!!!
Und natürlich reisen wir auf eigene Kosten (dies muss kurz raus, weil es kürzlich - natürlich nicht an mich direkt - in Frage gestellt wurde ). Wir bringen sogar eigenes Lübbe-Scheuermann Geld zu Craig und den Black Mambas, weil die Spenden nicht reichen! Jeder von Euch gespendete Cent kommt direkt vor Ort an (naja, nicht ganz. Bei Überweisungen nach Südafrika dürfen wir ein bißl an die Bank abgeben).
Sie pfeifen dort unten aus dem letzten Loch, sind am Ende. Ich habe gestern gerade von einem ehemaligen Volontär erzählt bekommen, dass "sie" sich manchmal kein Gehalt auszahlen lassen, weil das in das Projekt geht.
Ein Ritt gegen Windmühlen? Sollen wir es denen überlassen, die es wirklich besser können (auch ein Unkenruf von außen). Wer kann es besser? Was ist besser? Ich sehe getötete Nashörner vor Ort und ich weiß, dass das Töten kein Ende nimmt. Aber wenn ich hier mein Geld mit dem, was ich kann, verdiene, dann möchte ich auf der anderen Seite Geld und Energie für die geben, denen es nicht gut geht.
Manche Personen, die als Volontäre zu den Black Mambas gehen, wundern sich wohl manchmal, dass es dort unten anders aussieht, als hier beschrieben, da wir hier nur das mitteilen, was wichtig erscheint.
Auch hierzu möchte ich kurz aufklären. Shaya ist natürlich nicht den ganzen Tag auf Patrouille mit Craig. Dort unten gibt es noch andere Arbeiten, als Nashörner zu observieren. Es werden Gräser entfernt, die nicht dorthin gehören, Treffen mit anderen Wildhütern abgehalten, Statistiken erstellt etc. Und in dieser Zeit ist Shaya im Camp und beschäftigt sich mit sich selber. Shaya streift auch nicht mit den Black Mambas durch das Gebiet, denn Shaya ist ausschließlich Craigs Hund und er lässt sich auch von niemandem anders führen. Fazit: Shaya ist - wie einst beschrieben - da für "Tatorte", Straßenblockaden und Hausdurchsuchungen.
Wer denkt, dass es wie bei Daktari rund um die Uhr Action gibt, der irrt.
Gerade eben erreichte mich eine Mail von Craig, dass sie gestern drei Wilderer inhaftiert haben - natürlich mit Shaya!

Auch im nächsten Jahr werde ich bei der Hunde-Akademie wieder Fremdreferenten zu Gast haben und auch von dem Erlös dieser Seminare geht alles nach Balule.

Euch allen wünsche ich einen schönen Tag.

Nochmals DANKE!!!

Eure Perdita

 
Craig Spencer 10. November 2014
 

CELEBRATION DAY: Today, the 10th of November is a very significant date for us here: It was on this day, six months ago, that we lost our last rhino in Balule!!! No more rhino have been poached for a total of 6 whole months!
I have just returned from a meeting with the municipality of the area where the announcement was made. We are very proud of our achievement and all credit goes to the Anti Poaching Teams - Black Mamba's and the men in the bush!!
The mambas are still patrolling whilst Stefan, Shaya and I celebrate.

Thanks you all so much for your support over this time and Perdita..... you kept us alive and active and it has paid off!

 

Übersetzung von Craig Spencers Text: FEIERTAG!!!
Der heutige 10. November ist ein sehr wichtiger Tag für uns: Es ist jetzt sechs Monate her, dass wir unser letztes Nashorn in Balule verloren !!! KEIN Nashörner wurde in den vergangenen 6 Monaten gewildert!!! Ich komme gerade zurück von einem Treffen mit der Verwaltung der Gegend, wo diese Tatsache verkündet wurde.
Wir sind sehr stolz auf unsere Leistung und alle Anerkennung geht an die Anti Wilderer Teams - Black Mamba Anti-Poaching Unit und all die Männer im Busch !! Die Mambas patrouillieren noch, während Stefan Bosman, Shaya und ich schon feiern. Danke Ihnen allen so sehr für Ihre Unterstützung in dieser Zeit und Perdita ..... Du hast uns am Leben gehalten und es hat sich gelohnt!
übersetzt: Inge

 

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Weitere Informationen, aktuelle Fotos, Beiträge unserer vielen Unterstützer sowie der in Südafrika vor Ort ansässigen Beteiligten findet ihr in der facebook-Gruppe "Rettet das Nashorn" !

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